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Stadtnachricht

„Kultur für Zuhause“


Seit Beginn der Coronakrise veröffentlicht das Kulturamt Weinstadt unter dem Motto „Kultur für Zuhause“ wöchentlich Buchtipps oder das „Exponat der Woche“, ein jeweils ausgewähltes Ausstellungsstück aus einem städtischen Museum.
 
In dieser Woche empfiehlt Christina Kammerer, Leiterin der Stadtbücherei, folgende Bücher:
 
Krien, Daniela: Die Liebe im Ernstfall
Paula - Buchhändlerin, Judith - Ärztin, Brida - Schriftstellerin, Malika - Musiklehrerin und Jorinde – Schauspielerin, jede der fünf Frauen um die Vierzig steht im Mittelpunkt eines Romankapitels. Die Geschichten werden kunstvoll verknüpft und die Frauen tauchen immer wieder auf, als Kundinnen der Buchhandlung, als Freundinnen, mal durch ihre Männer und letztere sind sogar Schwestern. Alle suchen ihren Weg zum Glück und einer Liebe, die sich im Ernstfall bewährt.
 
Daniela Kriens Sprache fasziniert, da sie jeder Erzählstimme ihren eigenen Klang und Rhythmus verleiht. Egal in welcher Lebenssituation man sich selbst befindet, es fällt leicht sich mit einer (oder mehreren) Frauen zu identifizieren und sich in deren Welt einzufühlen.
 
Beck, Lilli: Mehr als tausend Worte
Aliza ist 17 Jahre alt, Jüdin und frisch verliebt in den deutschen Fabian. Sie muss miterleben wie ihr Großvater 1938 von der Gestapo abgeholt wird und ihr Vater seinen Beruf als Arzt nicht mehr richtig ausüben darf. Er setzt alles daran, dass Aliza sich mit einem Kindertransport nach England retten kann. Traurig über die Ereignisse in Deutschland, die Trennung von Familie und Fabian, bleiben ihr in England nur seine Briefe und die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Doch es folgen harte Jahre ohne Nachricht …
 
Die Autorin schafft es in dieser Familien- und Liebesgeschichte die Atmosphäre dieser Zeit sprachlich einzufangen und fesselt durch atmosphärisch erzählte Alltagsdetails. Ein gefühlvoller Roman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund.
 
Ausleihe:
Die Bücher können in der Stadtbücherei Weinstadt oder in der E-Bibliothek unter www.onleihe.de/rems-murr ausgeliehen werden. Für Fragen steht das Büchereiteam unter der Telefonnummer (07151) 693-322 sowie per E-Mail unter  stadtbuecherei@weinstadt.de zur Verfügung.
 
Museumsexponat der Woche, vorgestellt von Stadtarchivar und Museumsleiter Dr. Bernd Breyvogel: Die einzige erhaltene Flugschrift des „Armen Konrad“ im Württemberg-Haus Beutelsbach. Der Bauernkrieg und auch die stürmische erste Phase der Reformation nur wenige Jahre nach dem „Armen Konrad“  1514 waren von einem gewaltigen Anstieg der Druckschriften als neuem Massenmedium gekennzeichnet, der geradezu eine Revolution in der Geschichte der Medien und der politischen Meinungsbildung darstellt. Demgegenüber gehört der Aufstand des  „Armen Konrad“ in dieser Hinsicht noch einer älteren Epoche an. Es werden nur wenige massenhaft verbreitete Druckschriften in den Quellen erwähnt und diese meistens von obrigkeitlicher bzw. herzoglicher Seite. So hat sich von den Aufständischen nur eine einzige Flugschrift erhalten, das Reimgedicht „Wer wissen wöll wie die sach stand“, heute in der Staatsbibliothek Berlin.  Im Museum Bauernkrieg ist ein Faksimile zu sehen. Der berühmte Titelholzschnitt zeigt einen Bauern und einen Gerüsteten, wie die ganze Flugschrift mit 128 Versen offensichtlich in Eile und wenig sorgfältig im Vorfeld des Tübinger Landtags (ab 26. Juni 1514) erstellt. Der unbekannte Autor, eindeutig ein Sympathisant der Aufständischen, erzählt darin von den bisherigen Auseinandersetzungen. Er wirbt für die aus seiner Sicht rechtmäßige Sache des „Armen Konrad“ und appelliert zugleich an die Obrigkeit, nicht mit Gewalt zu reagieren.
 
Das Württemberg-Haus Beutelsbach ist wie folgt geöffnet: Freitag 14:00-17:00 Uhr, Sa 14:00-18:00 Uhr, So 13:00-17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
 

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