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Das Beatboxen geht weiter


Kultur für alle Kinder greifbar zu machen – das ist das Konzept der Schillerschule in Weinstadt-Großheppach. Deswegen gibt es seit fünf Jahren das Modellprojekt „Kulturschule“ Baden-Württemberg an der Grundschule mit 135 Schülern, das bislang vom Land Baden-Württemberg in Kooperation mit der Karl-Schlecht-Stiftung finanziell unterstützt wurde. Nun läuft diese Förderung aus. Die Stadt Weinstadt springt an dieser Stelle ein und fördert den Bereich Beatboxen dauerhaft. Bei dem Projekt lernen die Grundschulkinder, mit Hilfe von Mund, Zunge, Stimmbändern und dem gesamten Körper Rhythmen und besondere Geräusche zu machen – und haben dadurch die Möglichkeit, auch ohne Instrumente jederzeit ihre eigene Musik zu machen.

„Bildung liegt uns in Weinstadt besonders am Herzen“, sagt Oberbürgermeister Michael Scharmann dazu. Kulturelle Bildung – das habe sich in den vergangenen Jahren an der Schillerschule gezeigt – habe eine besonders positive Auswirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. „Ich bin froh, dass das Beatboxen in Großheppach weiter gehen kann“, betont Scharmann.

Dem stimmt auch Rektorin Andrea Fortanier zu: „Ich bin glücklich, dass die Stadt den Mehrwert dieses Projekts
erkannt hat“, sagt Fortanier: „Beatboxen ist ein geistiges Pfund, die Kinder werden dadurch selbstsicherer.“ Die gesamte Schule „brenne dafür“. Welche Wirkung das Beatboxen auf die Kinder hat, das haben ein paar Dritt- und Viertklässler selbst formuliert: „Ich kann meine Energie beim Beatboxen rauslassen. Dann bin ich konzentrierter im Unterricht“, sagt ein Kind. „Wenn ich manchmal traurig bin, dann beatboxe ich, weil es mir Spaß macht und ich mich dann besser fühle“, sagt ein anderes. Ein Schüler sieht die Sache praktisch: „Wenn man keinen DJ hat, kann man den Rhythmus selber machen.“ Und ein anderer meint: „Es ist cool, wenn man gerade kein Schlagzeug da hat.“ Ein Mädchen fügt hinzu: „Mit dem Beatboxen kann ich meine Gefühle ausdrücken. Das ist Sprache – aber ohne Worte.“

Das Projekt: Seit fünf Jahren kommt Beatbox-Lehrer Philip Scheibel von der Musikschule Unteres Remstal jeden Montag an die Schillerschule und zeigt den Grundschülern die Techniken, wie man mit dem Mund, der Zunge und den Stimmbändern sowie mit dem gesamten Körper besondere Geräusche und Rhythmen machen kann. Mit dem Musikschulleiter Heiko von Roth hatte Andrea Fortanier bereits längere Zeit die Idee, Musik für alle zugänglich zu machen – auch ohne Instrumente.

Die Wirkung: Beim Beatboxen entwickeln die Kinder Rhythmusgefühl, ihre Konzentration wird geschult und die eigene Improvisation entwickelt. Sie lernen ihr eigenes Verhalten und ihre eigenen Gefühle bewusster zu steuern. Das Arbeitsgedächtnis und die kognitive Flexibilität werden geschult.

Kulturschule: Das Modellprojekt „Kulturschule 2020 Baden-Württemberg“ ist eine Kooperation des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und der Karl-Schlecht-Stiftung. Zum Schuljahresbeginn 2015/16 startete es in Baden-Württemberg. Zehn Schulen wurden für die Entwicklung zur sogenannten „Kulturschule“ ausgewählt – darunter die Friedrich-Schiller-Schule in Weinstadt-Großheppach.

Umsetzung vor Ort: Die Schillerschule hat ein Konzept mit drei Säulen entwickelt: Das Beatboxen, das sogenannte ViewPoint-Training (ein körperliches Wahrnehmungstraining) sowie Theaterspiel und -besuch. Während die Stadt Weinstadt die Förderung des Beatboxen übernimmt, bewirbt sich die Schule für eine Anschlussförderung der zwei weiteren Säulen bei den bisherigen Projektförderern.

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