Zeitungsstapel

Stadtnachricht

"Kultur für Zuhause"


Unter dem Motto „Kultur für Zuhause“ stellt das Kulturamt Weinstadt wöchentlich Tipps der Stadtbücherei und ein „Exponat der Woche“ aus den städtischen Museen vor.

„Buchempfehlungen der Woche“, vorgestellt von Christina Kammerer, Leiterin der Stadtbücherei

Klaus Wanninger: Schwaben-Donnerwetter. Bei den „Heimattagen Schwaben“ in Schlüpfingen wird der bekannte Volksmusiksänger „Heinzi“ entführt. Ganz Deutschland lacht über die Schwaben und ihr „Feschd“. Heinzi wurde nämlich in einem mobilen Toilettenhäuschen gekidnappt und samt diesem im Wald abgestellt. Kommissar Loose, frisch aus Berlin eingetroffen, ermittelt. Er kämpft nicht nur mit dem Fall sondern auch mit der Sprache, denn in Schlüpfingen wird breitestes Schwäbisch gesprochen.

Klaus Wanningers neuester „Schwabenkrimi“ hat diesen Begriff mehr als verdient. Wörter wie „Bruddler“, „Lällebäbbel“ und „Hano!“ sind keine Seltenheit. Denn die Dialoge sind überwiegend in Schwäbisch verfasst und im Anhang gibt es sogar ein schwäbisches Schimpfwortlexikon. Das Schwäbische macht den Roman zu einer lustigen, leichten Kriminalgeschichte, die unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden kann. Es gilt jedoch: Wer Schwäbisch kann, ist klar im Vorteil.

„Spieletipps der Woche“, vorgestellt von Christina Kammerer, Leiterin der Stadtbücherei

Wer weiß denn sowas? Wer schon immer Mal bei „Wer weiß denn sowas?“ dabei sein wollte, ist hier genau richtig. Wie in der Show beantworten „Team Elton“ und „Team Hoecker“ Fragen zu Kategorien wie „Essen und Trinken“, „Tierisch, tierisch“ und „Im Grünen“. Natürlich dürfen auch der Publikumsjoker und die Finalfrage nicht fehlen, bei welcher der erspielte Gewinn möglichst strategisch gut gesetzt werden muss. Für zwei bis zehn Spieler ab acht Jahren.

Ein sehr unterhaltsames Quizspiel für die ganze Familie mit Lerneffekt. Mit der Dauer von zirka 20 Minuten ist es sehr kurzweilig. Einziger Kritikpunkt: Leider wird die richtige Antwort nur genannt und nicht erklärt.

Buch und Spiel sind in der Stadtbücherei Weinstadt ausleihbar.

Museumsexponat der Woche, vorgestellt von Stadtarchivar und Museumsleiter Dr. Bernd Breyvogel

In der Heimatstube Endersbach (Schulstraße 12) hängen zwei Stahlstiche des württembergischen Königspaars Karl (1823-1891) und Olga (1822-1892), also jenes Paares, dessen Lebens- und Liebesgeschichte so romantisch mit der Brautwerbung auf Sizilien begann, das dann aber durch die bedrückende Kinderlosigkeit und die homophilen „Seitensprünge“ Karls manche Talsohle durchschritt. Erst die Adoption von Olgas Nichte Wera wirkte diesbezüglich etwas stabilisierend. Insbesondere die Zarentochter Olga ist durch ihre karikativen Stiftungen (z. B. das Olga-Hospital) bis heute bekannt, ja populär in Württemberg. Die beiden als Paar überlieferten Stahlstiche hat vor Jahren Kurt Entenmann aus Endersbach dem Museum geschenkt. Aber nur bei Olga ist der Künstler bekannt: Der in München tätige Grafiker Johann Lindner (1839-1906) schuf den feinen Stahlstich 1875. Zu Olga gibt es einen besonderen Bezug in der Heimatstube, besitzt diese doch einige Gegenstände aus dem persönlichen Nachlass der Königin. Doch das ist eine andere Geschichte …

Stahlstiche