Zeitungsstapel

Stadtnachricht

Stadt Weinstadt und Stiftung Großheppacher Schwesternschaft


Mit dem Erweiterungsbau an ihrem Mutterhaus in Beutelsbach schafft die Stiftung Großheppacher Schwesternschaft ein neues, generationenübergreifendes Bildungs- und Begegnungszentrum für ganz Weinstadt mit einem Kinder- und Familienzentrum, einer ambulanten Tagespflegestation, 13 Wohnungen für Wohnen in Gemeinschaft und einem Pavillon für naturpädagogischen Unterricht.

In einem symbolischen Festakt, der am Dienstag coronabedingt in einem sehr kleinen Kreis unter Wahrung der Abstandsregeln und der geltenden Hygieneauflagen stattfand, wurde nun der Grundstein des Erweiterungsbaus mit einer darin eingeschlossenen Zeitkapsel gelegt.

„Dieses innovative Vorhaben stellt nicht nur einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung ihrer Stiftung, sondern auch eine große Bereicherung für die Menschen in Weinstadt dar“, lobte Oberbürgermeister Michael Scharmann das Projekt. „Ihr Erweiterungsbau ist ein wichtiges Puzzleteil zur Erfüllung unserer Zielsetzungen als familiengerechte Kommune.“

In ihrer Begrüßungsrede bezeichnete Vorständin Antje Helmond das Bauprojekt als gemeinsames Zukunftsprojekt. „Wir wollen damit das Engagement der Großheppacher Schwesternschaft für Kinder und ihre Familien, für die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern sowie für Senioren und ihre Angehörige in die Zukunft bringen. Und wir wollen das Thema Gemeinschaft, das ja auch eine tragende Wurzel unserer Stiftung ist, in neuer Form weiterentwickeln.“

Pfarrer Frieder Grau wies darauf hin, dass nach biblischem Verständnis eine gelingende Tiefgründung des Lebens und der Gemeinschaft auf vier Säulen basiert: Glaube, Gerechtigkeit, Hoffnung und vor allem Liebe. Die Liebe habe viele Gesichter, so Frieder Grau weiter, doch eines sei grundlegend für alle Formen der Liebe: Die Liebe sage "Ja" zum anderen. „Dieses "Ja zum anderen“, das ist doch ein phantastischer Grundstein für das kommende Zusammenleben aller in diesem Neubau“, fügte Grau hinzu.

Anschließend befüllten die beiden Vorständinnen Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth und Antje Helmond die Zeitkapsel. Eingelegt wurden unter anderem die guten Wünsche der Schwesternschaft für das Haus und seine künftigen Bewohnerinnen und Bewohner.

Mit dem Erweiterungsbau entwickelt sich am Mutterhaus ein Zentrum für Bildung und Begegnung mit generationenverbindendem Konzept. Dabei werden ganz neue Akzente gesetzt: Ein Familienzentrum mit Kindertagesstätte mit naturnahen Programm, eine ambulante Tagespflegestation als Ergänzung zum stationären Pflegeangebot des Senioren- und Pflegestifts in Großheppach sowie 13 neue Wohnungen für „Wohnen in Gemeinschaft“, welche für alle offen stehen , die eine mehrgenerative und gemeinschaftliche Wohnform suchen.

Ein weiteres angeschlossenes Bauvorhaben im Garten des Mutterhauses ist der Pavillon, der als Naturwerkstatt eingerichtet wird. Mit diesem Forschungs- und Experimentierraum wird die Evangelische Fachschule naturpädagogische Inhalte in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte vermitteln.

Die Stiftung möchte in diesem entstehenden Bildungs- und Begegnungszentrum attraktive Angebote für die Bürgerschaft in Weinstadt schaffen. Dabei legt sie den Fokus auf Ökologie, Bewahrung der Schöpfung und Förderung des sozialen Miteinanders zwischen den Generationen.

Die Stadt Weinstadt und die Stiftung Großheppacher Schwesternschaft sind dabei wichtiger Partner bei dem Vorhaben. Ein gemeinsamer Beteiligungsprozess der Bürgerschaft wurde bereits initiiert. Das Ziel dieses Prozesses ist es, passgenaue Angebote für die Weinstädter Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Hier baut die Stiftung stark auf Kooperationen und die Vernetzung mit den Sozialpartnern, den Kirchengemeinden, bürgerlichen Initiativen und Vereinen Weinstadts.

Die Fertigstellung und Bezug des Erweiterungsbaus sowie der Naturwerkstatt soll im Herbst 2022 erfolgen.

Hintergrund

Die Stiftung Großheppacher Schwesternschaft -Gemeinschaft stärken - Zukunft schaffen

Die Stiftung Großheppacher Schwesternschaft engagiert sich in Bildung, Erziehung, Pflege und Gemeinschaft. Sie ist Trägerin einer Fachschule für Sozialpädagogik mit angeschlossenem Wohnheim für junge Frauen in Ausbildung, einer Pflegeschule, einer Kindertagesstätte und einer Wohn- und Pflegeeinrichtung für Senioren mit Betreutem Wohnen und stationärer Pflege. Sitz der Verwaltung mit den beiden Schulen und dem Kinderhaus ist das Mutterhaus in Weinstadt-Beutelsbach. Dort befinden sich auch Wohnungen für Wohnen in Gemeinschaft mit spiritueller Mitte. Das Wilhelmine-Canz-Zentrum, das Senioren- und Pflegestift, befindet sich im Ortsteil Großheppach.

Die Wurzeln der Stiftung

Die Bildungspionierin und Visionärin Wilhelmine Canz (1815 – 1901) gründete 1856 unterstützt von ihrer Nichte Amalie Rhode die Bildungsanstalt für Kinderpflegerinnen und das Mutterhaus in Großheppach und legte so den Grundstein für frühkindliche Pädagogik im Königreich Württemberg. Zeitweise waren über 400 Großheppacher Schwestern in Kinderpflegen, Kindergärten und Kinderheimen im süddeutschen Raum aktiv. Im Jahre 1950 trat die Großheppacher Schwesternschaft, die damals 622 Schwestern zählte, in den Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissen-Mutterhäuser e. V. ein.

Grundsteinlegung des Erweiterungsbaus der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft