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Stadtnachricht

Stadt stellt Stufe drei des Lärmaktionsplans vor


In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Gemeinderat die dritte Stufe des Lärmaktionsplans zur Kenntnis genommen und gebilligt. Die Stufen eins und zwei hatte das Gremium bereits 2015 beschlossen. Grundsätzlich müssen Lärmaktionspläne alle fünf Jahre überprüft und aktualisiert werden. Zur Erstellung der nun turnusmäßig fälligen dritten Stufe hat die Stadt das Ingenieurbüro BERNARD Gruppe ZT GmbH, Stuttgart und Dresden damit beauftragt, die Datengrundlage zu aktualisieren und aktuelle Lärmkarten sowie eine Betroffenheitsanalyse zu erstellen. Der Lärmaktionsplan ist Teil des Integrierten Mobilitätsentwicklungsplans (IMEP), zu dem auch der Verkehrsplan sowie ein Radverkehrskonzept gehören.

„Ich sehe die Aufstellung des Lärmaktionsplanes nicht ausschließlich als Pflichtaufgabe, sondern vielmehr als Chance für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen in Weinstadt“, stellt Oberbürgermeister Michael Scharmann fest.

Konkret untersucht wurde in Weinstadt vor allem die Beeinträchtigung durch Straßenverkehrslärm auf allen Straßen im Stadtgebiet, die im Durchschnitt an sieben Tagen in der Woche von mindestens 8.200 Fahrzeuge pro 24h befahren werden. Dies trifft zu auf die Bundesstraße B 29, die Landesstraße L 1199, die Kreisstraßen K 1866 (Schorndorfer Straße) und K 1862 (Stuttgarter Straße, Schurwaldstraße) sowie die Gemeindestraßen Strümpfelbacher Straße bis Höhe Waiblinger Straße und die Cannonstraße. Für diese Straßen hat das Ingenieurbüro Bernard anhand aufbereiteter Verkehrsdaten Lärmkarten für den Straßenverkehr sowie eine Analyse der besonders betroffenen Schwerpunkte erarbeitet. Dabei wurden verschiedene Lärmschwerpunkte in Weinstadt identifiziert für deren kurz-, mittel- sowie langfristige Verbesserung basierend auf den Ergebnissen der Analyse ein vorläufiges Maßnahmenkonzept erstellt wurde.

Der Berichtsentwurf schlägt verschiedene Lärmminderungsmaßnahmen für die besonders von Lärm betroffenen Bereiche in Weinstadt vor. Ganz konkret sieht das Maßnahmenkonzept auf der Stuttgarter Straße in Beutelsbach eine permanente Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h vor sowie auf einem Teilstück der Schorndorfer Straße ebenfalls Tempo 30, jedoch nur nachts. Im Bereich der Strümpfelbacher Straße in Endersbach ist ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich geplant, in dem maximal Tempo 20 gefahren werden darf. Konkrete Maßnahmen für die Stadtteile Schnait und Großheppach werden im Rahmen des IMEP ausgearbeitet.

Nach der Zustimmung durch den Gemeinderat erfolgt noch im dritten Quartal 2021 die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange. Die eingehenden Stellungnahmen werden anschließend abgewogen und gegebenenfalls in den Schlussbericht eingearbeitet.

Hintergrund

Die Stadt Weinstadt ist verpflichtet, im Rahmen der EU-Umgebungslärmrichtlinie eine Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung zur Stufe drei durchzuführen mit dem Ziel, vorzugsweise schädliche Auswirkungen, einschließlich Belästigungen, durch Umgebungslärm zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu mindern. Die dritte Stufe stellt im Wesentlichen eine Prüfung und eine Validierung der neuesten Kartierungsergebnisse der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) und bei Identifikation von Lärmschwerpunkte die Erörterung von Lärmminderungsmaßnahmen dar. Die strategischen Lärmkarten sind für Ballungsräume über 100.000 Einwohner, für Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als drei Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr, für Haupteisenbahnstrecken mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 30.000 Zügen pro Jahr sowie für Großflughäfen zu erstellen.

In der Lärmaktionsplanung der Stufe drei wurden die Lärmkartierungen des Schienenverkehrs zentral vom Eisenbahnbundesamt durchgeführt. Der Schienenverkehrslärm der Schienenstrecke 4710 Stuttgart – Aalen ist somit nicht Bestandteil der Lärmaktionsplanung der Stadt Weinstadt. Ebenso entfällt die Kartierung für den Fluglärm.