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Stadtnachricht

Gemeinderat fällt Baubeschluss für die Sanierung und Erweiterung der Silcherschule


Die Sanierung und Erweiterung der Silcherschule in Endersbach rückt ein Stück näher: Der Gemeinderat der Stadt Weinstadt hat in seiner gestrigen Sitzung (Donnerstag, 17. Dezember) einstimmig dem Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung zugestimmt und damit den Baubeschluss für das Infrastrukturprojekt gefasst. Das Bauvorhaben wird rund 16,3 Millionen Euro kosten. Der Baubeginn ist für das kommende Jahr geplant. Fertig soll das neu gestaltete Areal der Silcherschule 2026 sein.

„Die Stadt Weinstadt investiert regelmäßig in ihre Infrastruktur – besonders in die für die Bildung wichtige Umgebung, also den Schulen und Kitas“, sagt Oberbürgermeister Michael Scharmann. Nachdem die umfassende Sanierung des N2-Baus des Remstalgymnasium in diesem Herbst fertig geworden ist, stehe nun mit der Sanierung und Erweiterung der Silcherschule in Endersbach ein besonders großes Projekt in den kommenden Jahren an. „Mit diesem Schritt folgen wir weiter unserem Schulentwicklungsplan, den wir als Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Gemeinderat erarbeitet haben“, so Scharmann weiter. Und auch das nächste Projekt steht bereits fest. Nach der Silcherschule soll gleich im Anschluss der Neubau der Grundschule in Beutelsbach folgen. „Ich freue mich, dass es jetzt bald in Endersbach losgehen kann und die Kinder dort in wenigen Jahren eine runderneuerte und erweiterte Schule haben, in der ideale Lernvoraussetzungen geschaffen worden sind und es ausreichend Platz für die stark ansteigende Schülerzahl gibt.“

Zeitplan: Gebaut wird von 2022 bis 2026

Das Bauvorhaben wird in drei Bauabschnitte aufgeteilt. 2022 soll es losgehen mit dem Bau eines Interimsgebäudes. 2023 finden die ersten Abbrucharbeiten, die Arealerschließung sowie die ersten Roharbeiten an der Gartenschule statt. 2023/24 geht es dann auch an die Vorarbeiten zur Dorfscheune, die 2024/25 gebaut werden soll. Für 2025/26 ist schließlich die Sanierung im Bestandsgebäude vorgesehen. 2026 soll alles fertig sein, sodass die sanierte und erweiterte Silcherschule wieder den Schülern sowie Lehrern vollständig übergeben werden kann.

Kosten und Förderung:

Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf rund 16,3 Millionen Euro - das sind rund 1,5 Millionen Euro mehr als noch im Frühjahr angenommen worden war. Die Steigerung der Kosten sind überwiegend auf die erheblichen Preissteigerungen der Baustoffe im Jahr 2021 zurückzuführen. Die Stadt Weinstadt hat sich bereits um Fördermittel bemüht. So wurde die Schulbauförderung beim Regierungspräsidium Stuttgart beantragt. Eine Abstimmung mit dem Regierungspräsidium ergab eine mögliche Gesamtförderhöhe von rund 1,2 Millionen Euro.

Zudem hatte sich die Stadt Weinstadt bereits intensiv um Landesfördermittel für den Ausbau von Ganztagesschulen bemüht – und im Sommer den Zuschlag bekommen: Genau 397.600 Euro hat das Land Baden-Württemberg in diesem Jahr für die Planung zur Erweiterung der Silcherschule bereitgestellt. Die Summe kommt aus dem Beschleunigungsprogramm für den Ausbau von Ganztagesschulen. Voraussichtlich besteht die Möglichkeit, noch einen Antrag für ein weiteres Beschleunigungsprogramm für das Haushaltsjahr 2022 zu stellen. Die Stadtverwaltung wird auf diesem Weg versuchen, weitere Zuwendungen des Landes Baden-Württemberg zu erhalten.

Hintergrund zur Erweiterung und Sanierung der Silcherschule:

In Endersbach wächst durch die Wohngebietsentwicklung wie etwa dem Neubaugebiet Halde V der Zuzug junger Familien – und damit auch der Bedarf an Grundschulplätzen. Das hat die Stadt Weinstadt zum Anlass genommen, eine wahrhaftige städtebauliche Chance aufzugreifen. Denn bei der Erweiterung der Silcherschule soll es nicht nur um ein Mehr an erforderlichen Räumen etwa auch für den Ganztagsbetrieb gehen, sondern auch um die Wirkung der neuen Baukörper. Diese sollen sich im hohen Maße städtebaulich harmonisch einfügen und auf die Nachbarbebauung Rücksicht nehmen. So wurde Anfang 2019 ein Realisierungswettbewerb zur Lösung dieser anspruchsvollen Bauaufgabe ausgelobt.

Dieser brachte schließlich einen Entwurf unter dem Motto „Schule im Dorf“ hervor – mit zwei Neubauten und einem moderaten Umbau in dem 2013 bereits sanierten Altbau. Der Entwurf, der den ersten Preis erhielt, besticht mit dem Vorschlag, den benötigten Schulraum in zwei einzelne Bauten aufzuteilen: in ein „Gartenhaus“ als Schulhaus mit fünf Klassenzimmer und einer „Dorfscheune“, in der die Mensa und Betreuungsräume untergebracht sind. Die Freiflächen zwischen den Schulgebäuden werden als Grünflächen und befestigte Schulhofflächen geplant.

Dieser städtebauliche Siegerentwurf wurde seitdem in der Stadtverwaltung auf den Prüfstand gestellt, alle Fachdisziplinen beteiligten sich an den Vorplanungen. Auch zwei weitere Planungsvarianten mit möglichen Kostenreduzierungen wurden überprüft. Die beiden Planungsvarianten, bei denen auf Fotovoltaik und/oder Lüftung als auch Kühlung verzichtet wurde, waren für den heute möglichen Stand der Technik auch aus Sicht des Technischen Ausschusses keine Option.

Die beiden Gebäude „Gartenhaus“ und „Dorfscheune“ sollen nun in zeitgemäßer und nachhaltiger Holz-Hybridbauweise erstellt werden. Damit liegen die Bauten energetisch über der gesetzlichen Anforderung. In die Dachflächen sollen Fotovoltaikanlagen eingebaut werden, die von den Stadtwerken Weinstadt betrieben werden. Ebenso soll die Wärmeversorgung von den Stadtwerken übernommen werden.